Pastellmalerei unterwegs – auf den Spuren von Degas

5. Juli 2011

Wenn man eines als leidenschaftlicher Camper und stolzer Caravanbesitzer besonders lieben und kennen muss, dann ist es die Natur. Auf diese Weise kann man sie wahrscheinlich auch am besten ertragen, wenn sie sich mal von ihrer rauen, stürmischen und regnerischen Seite zeigt.

Doch selbst dann lässt sie eine gewisse Schönheit durchblicken und hat ihr Gutes. Eine Ferienwohnung im Allgäu hat zwar auch ihre schönen Seiten, doch wir ziehen es vor, unseren Urlaub mobil und mitten in der Natur zu erleben.

Und so mache ich an bestimmten Orten einfach nur Halt, um diese Schönheit einzufangen. Mal mit der Kamera und, wenn genügend Zeit ist, auch mit Pinsel und Papier. Besonders gern zeichne ich Landschaften mit Pastellfarben, weil dazu nicht unbedingt Wasser und Pinsel brauche und sich die Farben dennoch ideal mischen und verwischen lassen. Auf diese Technik bin ich mal durch einen Edgar Degas Kunstdruck gekommen, den ich mal zum Geburtstag geschenkt bekam. Und so lernte ich, dass man bei Kreidezeichnungen besonders gut mit Licht und Schatten, aber auch mit vielen Farben experimentieren kann.

Natürlich hat man nicht immer und überall Gelegenheit und Lust zum Malen, doch als wir letztes Jahr an die polnische Ostsee fuhren, machten wir in Danzig einen längeren Stopp, da dort gerade eine Ausstellung von Edgar Degas zu sehen war. Auf der Fahrt zum Museum kamen wir dann noch an einer riesigen Mühle vorbei, die ich unbedingt zeichnen musste.
Es ist ein riesiges Backsteingebäude mitten in der Altstadt, deren Mühlsteine von 18 riesigen Mühlrädern angetrieben wurden. Ich suchte mir ein schattiges Plätzchen unter der Markise eines Postershop, holte meine Staffelei und die Pastellfarben heraus und begann zu malen. Viele Neugierige blieben stehen und bewunderten meine Arbeit. Mit manchen kam ich auch ins Gespräch und erfuhr so noch mehr interessante Dinge über dieses einmalige Bauwerk. Schade, dass es heute nicht mehr in Betrieb ist, ich hätte gern das Rattern der Mühlräder gehört, dachte ich, als just in dem Moment das Mahlwerk anfing, sich zu drehen. Doch es wurde nicht durch die Mühlräder, sondern durch einen großen Schleifringläufermotor angetrieben, der natürlich auch entsprechenden Lärm machte und die Idylle dadurch irgendwie zerstörte. Und so machte ich schnell noch ein paar Fotos, um die Mühle später irgendwann noch fertig zu malen

Tags: Camping, Caravan, Danzig, Edgar Degas, Kunstdruck, Mühle, Pastellmalerei

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